Anhänger und Module – Transportlogik

Dieses Kapitel beschreibt die Transportbeziehungen von Fahrzeugen, Anhängern und Modulen in LAGORIS. Die Logik ist bewusst mehrstufig aufgebaut: Eine feste Stammdatenzuordnung, ein Transport innerhalb der Schadenlage und die aktuelle Verbindung im Einsatz sind nicht dasselbe.

1. Vorbereitung: transportierbare Ressourcen#

Anhänger und Module werden als eigene Fahrzeugressourcen gepflegt. Damit die Anwendung sie als transportierbar behandelt, muss die jeweilige Fahrzeugkategorie entsprechend konfiguriert sein.

Öffne Einsatzvorbereitung → Fahrzeuge, wähle den Anhänger oder das Modul und bearbeite im Bereich Transport die Beziehungen.

Dort stehen insbesondere zwei Einstellungen zur Verfügung:

Einstellung Bedeutung
Fix zugeordnetes Fahrzeug Das standardmässig vorgesehene Transportfahrzeug für diese Ressource
Transport möglich mit Die Liste der Fahrzeuge, mit denen diese Ressource überhaupt transportiert werden darf

Die Auswahl «Transport möglich mit» erfolgt in zwei Spalten Verfügbar und Zugeordnet. Über die Pfeile werden mögliche Transportfahrzeuge zugeordnet oder entfernt. Anschliessend «Transport speichern» wählen.

Beispiel: Das Modul «Atemschutz» ist fest dem TLF zugeordnet. Als mögliche Transportfahrzeuge sind TLF und ein weiterer geeigneter Transporter freigegeben. Die feste Zuordnung beschreibt den Normalfall, die Optionen begrenzen zulässige Alternativen.

2. Drei Arten der Verbindung#

Ebene Frage Wirkung
Stammdaten Welches Fahrzeug transportiert das Modul normalerweise? Dauerhafte Vorgabe
Schadenlage An welchem Fahrzeug hängt das Modul in der aktuellen Schadenlage? Aktuelle Lagezuordnung, die bei der Disposition verwendet wird
Einsatz Mit welchem Fahrzeug ist das Modul jetzt konkret im Einsatz verbunden? Aktuelle Verknüpfung, die gelöst oder geändert werden kann

Merksatz: Eine Änderung der Einsatzverbindung überschreibt nicht die feste Stammdatenzuordnung. Die Schadenlagenzuordnung kann von der Stammdatenvorgabe abweichen und hat für das Disponieren Vorrang.

3. Automatisches Mitdisponieren#

Wird ein Transportfahrzeug disponiert, prüft LAGORIS die in der Schadenlage bestehenden Transportverbindungen. Zugehörige aktive und verfügbare Anhänger/Module werden automatisch mit dem Transportfahrzeug dem gleichen Einsatz zugeordnet.

Dabei entstehen zwei fachlich unterschiedliche Buchungen:

  1. Eine eigene aktive Einsatzzuordnung für den Anhänger bzw. das Modul.
  2. Eine Transportverbindung zwischen dieser Ressource und dem disponierten Fahrzeug.

Somit kann eine Ressource gleichzeitig als «im Einsatz» und «an TLF angehängt» angezeigt werden. Die Disposition wird abgewiesen, falls eine mitzuführende Ressource bereits anderweitig aktiv disponiert ist; die Buchungen sollen nicht in einen widersprüchlichen Zustand geraten.

Ablaufbeispiel: TLF mit Modul#

  1. In der Einsatzvorbereitung ist «Modul A» als transportierbar erfasst und dem TLF zugeordnet.
  2. In der Schadenlage ist «Modul A» weiterhin mit dem TLF gekoppelt.
  3. Das TLF wird dem Einsatz «Brand» zugeteilt.
  4. LAGORIS disponiert TLF und Modul A für denselben Einsatz und zeigt den Transportzusammenhang an.
  5. Solange die Verbindung besteht, wird Modul A bei einem Abrücken des TLF mit abgerückt.

4. Abladen oder Transport lösen#

Wird ein Modul an der Einsatzstelle benötigt, ohne dass sein Transportfahrzeug dort bleiben soll:

  1. Im betreffenden Einsatz die zugeordnete transportierbare Ressource öffnen.
  2. In der Transportsteuerung «Abladen / Lösen» wählen.
  3. Die Anzeige wechselt auf «Abgeladen / gelöst».
  4. Das Modul bleibt weiterhin als eigenständige Ressource dem Einsatz zugeteilt.
  5. Das Transportfahrzeug kann später abrücken, ohne die abgeladene Ressource automatisch mitzunehmen.

Die Aktion hebt die aktuelle Einsatzverbindung auf. Sie ist keine Stammdatenänderung. In der Implementierung wird zudem die entsprechende Schadenlagen-Kopplung entfernt, damit nicht irrtümlich weiterhin von einer bestehenden Verbindung am ursprünglichen Ort ausgegangen wird.

5. Aufladen, Anhängen und Umhängen#

Ein bereits im Einsatz befindliches Modul kann an ein anderes geeignetes Transportfahrzeug gehängt werden. Dafür müssen die Bedingungen erfüllt sein:

  • Das Modul ist als transportierbar kategorisiert.
  • Das gewählte Transportfahrzeug ist für dieses konkrete Modul in «Transport möglich mit» freigegeben.
  • Beide Ressourcen sind aktiv demselben Einsatz zugeteilt.
  • Ein Fahrzeug kann nicht sich selbst transportieren.

Verwende im Einsatz die Auswahl «Transportfahrzeug» und die Aktion «Aufladen / Anhängen» bzw. «Umhängen». Nur zugelassene und aktuell zugeteilte Transportfahrzeuge stehen zur Auswahl.

Beispiel: Modul A wird beim Einsatz vom TLF abgeladen. Ein anderer freigegebener Transporter wird später dem gleichen Einsatz zugeteilt. Nun kann Modul A an diesen Transporter angehängt werden. Die feste Zuordnung in der Einsatzvorbereitung bleibt weiterhin unverändert.

6. Abrücken – was bewegt sich mit?#

Die Regel beim Abrücken ist bewusst einfach:

Noch angehängt = rückt mit. Abgeladen = bleibt im Einsatz.

Das gilt für normal erfasste Transportfahrzeuge und – sofern die Verbindung entsprechend besteht – auch für temporäre Transportfahrzeuge.

Situation Ergebnis
TLF rückt mit angehängtem Anhänger ab Die aktive Einsatzzuteilung des Anhängers wird ebenfalls beendet
TLF rückt nach «Abladen / Lösen» ab Das Modul bleibt als eigene Ressource im Einsatz
Modul wird an ein anderes Transportfahrzeug umgehängt Beim späteren Abrücken folgt es diesem Fahrzeug
Anhänger/Modul ist bereits anderweitig im Einsatz Erneutes automatisches Disponieren wird verhindert

Das System protokolliert entsprechende Ressourcenänderungen. Ein rückwirkender Abrückzeitpunkt vor dem Zuordnungsbeginn ist nicht zulässig.

7. Temporäre Transportfahrzeuge#

LAGORIS kann in einer Schadenlage zusätzlich temporäre Fahrzeuge erfassen, beispielsweise von einer anderen Feuerwehr oder den Gemeindewerken. Bei deren Erfassung werden Name und Herkunft dokumentiert.

Soll ein temporäres Fahrzeug Module transportieren, muss es als Transportfahrzeug erfasst werden. Dabei werden die zulässigen transportierbaren Fahrzeugkategorien festgelegt; ein temporäres Transportfahrzeug wird hierfür einzeln (Menge 1) erfasst.

Anhängen an ein temporäres Fahrzeug#

Ein Modul darf an ein solches temporäres Fahrzeug gehängt werden, wenn:

  • das temporäre Transportfahrzeug aktiv und demselben Einsatz zugeteilt ist;
  • das Modul selbst diesem Einsatz zugeteilt ist;
  • die Kategorie des Moduls für das temporäre Fahrzeug freigegeben wurde;
  • das Modul nicht bereits an ein anderes reguläres Transportfahrzeug gekoppelt ist.

Beim Abladen wird diese temporäre Einsatzverbindung entfernt; das Modul bleibt am Einsatz. Beim Abrücken des temporären Transportfahrzeugs rücken noch gekoppelte Module automatisch mit ab.

8. Häufige Fehler und Ursachen#

Meldung oder Verhalten Typische Ursache / Prüfung
«Anhänger ist nicht im Einsatz» Das Modul besitzt keine aktive Zuordnung zu diesem Einsatz
«Transportfahrzeug ist nicht zugelassen» Es wurde unter «Transport möglich mit» nicht freigegeben
«Transportfahrzeug ist nicht im Einsatz» Das gewählte Fahrzeug ist im betreffenden Einsatz nicht aktiv disponiert
«Modul bereits im Einsatz» Es besteht schon eine offene Disposition
«Modul ist an ein temporäres Transportfahrzeug angehängt» Die Schadenlagen-Verknüpfung muss zunächst gelöst werden
Beim Abrücken verschwindet auch das Modul aus dem aktiven Einsatz Das Modul war zum Abrückzeitpunkt noch angehängt

9. Grenzen und Verantwortlichkeiten#

LAGORIS dokumentiert die operative Zuordnung; es prüft dadurch nicht automatisch alle realen Aspekte eines Transports wie Anhängelast, Kupplung, Ladungssicherung oder Fahrberechtigung. Diese Anforderungen müssen organisationsseitig geprüft werden.

Verwandte Themen: Ressourcen und Disposition und Fahrberechtigungen.

Anleitungen zur Einrichtung und Bedienung#